TT Freitag 17.02.12
42 Kilometer Fahrt ins Biwak
Startzeit 12.30 Uhr Heute starten die langsamen Teams wieder als erstes.
Überlege die ganze Zeit, welche Hunde ich wie und wo einspannen soll. Auf der Strecke war schon am Vortag viel Durchfall zu sehen. Ich entscheide mich dafür, dass Kyrill nicht mit kommt. Zu gefährlich für die Babys, die sie vielleicht schon im Bauchgepäck hat.
Der Schlitten ist voll geladen und ziemlich schwer. Alle vier Rüden sollen mitlaufen. Aber wie, ohne Stange? Ich gehe zu Frank N. und frage ihn, ob er mir seine Frankenstange leihen kann. "Kein Problem, ich hab eh zwei", antwortet er. Mir fällt ein Stein vom Herzen. Nuka und Smoke haben sich schon dreimal geklopft. Ich hoffe, dass mir die Stange hilft, Zwischenfälle zu vermeiden. Smoke und Socke werden vorne eingepannt, Nuka und Ice sollen hinten laufen.
Voll geladen und zu zweit auf dem Schlitten fahren wir zum Start. Bin gespannt wies klappt. Erstes Mal mit der Stange. Im Stadion müssen wir gleich eine scharfe Linkskurve fahren.Wie der Schlitten sich wohl lenken läßt? Alles läuft super. Die Grönis ziehen den vollen Schlitten kraftvoll bergauf.
Das Team von Michael Loullier überholt uns. Und wir fahren eine ganze Zeit zusammen. Dann taucht meine spezielle Freundin auf. Loullier überholt sie und sie bleibt an ihm dran. Dann bergauf - der Abriss. Ich setze an, das Huskyteam zu überholen. Versuche an Loullier dran zu bleiben. Aber der Abstand ist zu groß.
Die Frau ist wieder nicht ruhig und feuert ihre Hunde an. Ich denk: Der vorletzte Tag und wieder so ein Theater auf der Strecke.
Sie überholt mich zurück. Fährt vor mir und wird langsamer und langsamer. Hab die Faxen dicke und überhole zurück. Die Grönis haben jetzt auch die Schnauze voll und wollen sich die Huskys packen. Ich laufe nach vorne zu den Hunden und stürze. Ein starker stechender Schmerz in meiner linken Hand. Na ja. Wir fahren weiter. Die Musherin hängt mir schon wieder am A.... . Jetzt fahren wir einige Kilometer. Es läuft ganz gut. Dann taucht Martial Brevet vor mir auf. Er fährt mit Grönis und Mützen. Vor ihm Loullier. Unglaublich. Trotz des Huskychaos hatte ich sie wieder eingeholt. Loullier sieht mich und gibt Gas. Muß jetzt schnell an dem anderen Franzosen vorbei. Überhole ihn und die Grönis halten an und markieren. in diesem Moment überholt mich meine Huskyfreundin und meint, sie könne sich an Loullier heften. Aber er ist schon weg. Ich mache Gas und überhole zurück. Meine Hand tut mir richtig weh. In einer Abfahrt versucht die Huskymusherin mich wieder zu überholen und ruft: Trail !! Ich gehe auf die Kralle, die Grönis stehen, sie hält an, fährt nicht vorbei und fragt mich: Kann ich Dich überholen?

Jetzt platzt mir der Kragen !! Brevet traut sich auch nicht vorbei. Mir fällt jetzt nicht mehr alles ein, was ich der jungen Dame an den Kopf geschmissen habe. Am liebsten wäre es mein Anker gewesen. Ich fordere sie auf, endlich vorbei zu fahren. Ich bleibe stehen und lasse sie abhauen. Ich will meine Ruhe haben.

Kurz vor dem Biwakplatz kommen noch weitere französiche Grönis. Der Musher hatte am 2. Tag auf Tour umgemeldet. Bei diesem Überholvorgang gibt es überhaupt keine Probleme.

Ich fahre ins Biwak. Die Übernachtungsplätze werden nach Eintreffen der Teams vergeben. Die junge Dame steht genau vor mir. Ach, du Sch... ! Die Grönis merken gar nicht, dass sie jetzt Feierabend haben und wollen wieder weiter. Schnell ankern und den Stakeout raus. Alles beruhigt sich. Ich hole zwei Bund Stroh fürs Hundelager. Mein Freund aus der Schweiz Andreas A. mit seinen 7 Samojeden macht neben mir fest. Echt ein toller Kumpel. Jeder baut sein Zelt auf. Wasser kann an einer Verteilungsstelle abgeholt werden. Tee ist auch vorrätig. Ich kaufe mir eine Flasche Bier. Die Franzosen lagern auch alle in der Nähe. Ich bin sehr gespannt auf die Nacht.
Ab 18 Uhr dürfen die Doghandler dazu kommen. Nach 20 Minuten Fußmarsch erreicht Angela den Biwakplatz. Versucht im Nebel Fotos zu machen und erkundigt sich bei mir wie es gelaufen ist. Entsetzt sieht sie meine inzwischen strark géschwollene Hand. Angela bleibt bei den Hunden als ich mir die Verpflegungssuppe hole.
In der Nacht werden die Schmerzen immer stärker. Ich hoffe, dass ich morgen fahren kann. Es fällt leichter Eisregen. Einige Hunde klagen. Die Grönis schlafen fest. Andy und ich quatschen noch ein wenig, bis wir in unseren Zelten verschwinden.
 
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